FAQ
Was ist die BürgerSolarBeratung?
Ganz einfach! Sie können uns per E-Mail oder über unser Kontaktformular erreichen. Die Beratung ist kostenlos, unabhängig und nachbarschaftlich – wir sind selbst Bürgerinnen und Bürger, die ihre Erfahrungen teilen möchten.
Die Beratung richtet sich vor allem an Menschen, die über eine Photovoltaik-Anlage auf dem eigenen Haus nachdenken. Sie ist besonders hilfreich für Eigentümerinnen und Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die eine fundierte erste Einschätzung wünschen. Aber auch Fragen zu Balkonkraftwerken beantworten wir gerne.
Sie bekommen eine persönliche, verständliche und praxisnahe Beratung. Dabei geht es darum, Ihre Fragen zu klären und gemeinsam die für Sie passende Lösung zu finden.
Ja, die Beratung erfolgt unabhängig und ohne wirtschaftliche Interessen. Das Ziel ist nicht, ein Produkt zu verkaufen, sondern eine gute, informierte Entscheidung zu ermöglichen.
Nein, die BürgerSolarBeratung ist kostenfrei. Sie wird ehrenamtlich und nachbarschaftlich angeboten.
In der Regel beginnt alles mit einem Gespräch über Ihre Wünsche und Rahmenbedingungen. Danach werden die wichtigsten Punkte verständlich eingeordnet, damit Sie gut vorbereitet die nächsten Schritte gehen können.
Weil sie nahbar, alltagsnah und verständlich ist. Viele Menschen empfinden es als angenehm, mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern zu sprechen, die praktische Erfahrungen teilen und auf Augenhöhe erklären.
🤝 Ganzheitliche Energieplanung & Nachbarschaft
Im Mittelpunkt steht die Planung einer PV-Anlage, auf Wunsch auch mit Speicher. Zusätzlich können mögliche Auswirkungen von E-Mobilität und Wärmepumpe mitgedacht werden, damit das Gesamtbild gut zusammenpasst.
Ja, Balkonkraftwerke gehören ebenfalls zu einem sinnvollen Einstieg in die Solarenergie. Sie sind besonders interessant für Menschen, die erste Erfahrungen mit Solarstrom sammeln möchten.
Nein, überhaupt nicht. Die Beratung ist so gedacht, dass auch Einsteigerinnen und Einsteiger ohne technisches Vorwissen gut mitkommen.
Solarstrom macht Sie ein Stück unabhängiger von klassischen Energiequellen und kann ein wichtiger Beitrag zur Energiewende sein. Viele Menschen schätzen außerdem, dass sie mit einer eigenen Anlage aktiv etwas für Klima und Zukunft tun können.
Ja, die Beratung begleitet Interessierte durch den Entscheidungsprozess und hilft dabei, die Optionen besser zu verstehen. So fällt es leichter, die aus eigener Sicht passende Lösung zu wählen.
Holen Sie sich Angebote von zertifizierten Fachbetrieben ein. Achten Sie auf deren Mitgliedschaft im Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) oder ähnliche Qualitätszertifizierungen. Als lokale Beratungsgruppe kennen wir viele seriöse Betriebe in eurer Region und können Empfehlungen aussprechen.
☀️Photovoltaik (PV) – Grundlagen
Eine PV-Anlage wandelt Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom um. Die Solarmodule auf eurem Dach enthalten Solarzellen, die Licht aufnehmen und Gleichstrom erzeugen. Ein Wechselrichter wandelt diesen in normalen Haushaltsstrom (230 V) um – den ihr sofort nutzen, speichern oder ins Netz einspeisen könnt.
In den meisten Fällen: Ja! Je mehr Solarstrom ihr selbst verbraucht, desto schneller amortisiert sich die Anlage. Typischerweise verbraucht ein Haushalt ohne Speicher rund 30 % direkt selbst – mit Speicher können es bis zu 70 % sein. Zusätzlich bekommt ihr für überschüssigen Strom eine gesetzlich geregelte Einspeisevergütung.
Süd ist optimal – aber nicht zwingend notwendig! Auch Ost- und Westdächer liefern sehr gute Erträge und sind absolut wirtschaftlich. Wichtig ist vor allem, dass das Dach möglichst wenig verschattet ist (durch Bäume, Schornsteine, Nachbargebäude).
Als Faustregel gilt: ca. 1 kWp pro 1.000 kWh Jahresstromverbrauch. Ein durchschnittlicher Haushalt verbraucht rund 3.500–4.000 kWh pro Jahr, also empfiehlt sich eine Anlage ab ca. 5–8 kWp. Mit E-Auto oder Wärmepumpe darf es gerne mehr sein!
Eine typische Anlage für ein Einfamilienhaus (5–10 kWp) kostet heute zwischen 8.000 und 18.000 Euro inkl. Installation. Die Preise sind in den letzten Jahren stark gesunken. Wichtig: Holt mindestens drei Angebote ein – die Unterschiede können erheblich sein!
Ja! Auf Bundesebene gibt es die gesetzliche Einspeisevergütung (EEG), und viele Bundesländer sowie Kommunen bieten zusätzliche Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite (z. B. über die KfW) an. Wir helfen euch, die passenden Programme für eure Region zu finden.
In den meisten Bundesländern ist die Montage auf dem eigenen Dach genehmigungsfrei. Ausnahmen gelten bei Denkmalschutz oder bestimmten Bebauungsplänen. Wir helfen euch, das für euren konkreten Fall zu klären.
🏠Balkonsolar – Strom vom Balkon
Ein Balkonkraftwerk (auch Stecker-Solargerät oder Plug-in-PV) ist eine kleine PV-Anlage mit 1–2 Modulen, die sie einfach ans Stromnetz anschließen – über eine normale Steckdose oder eine spezielle Einspeisesteckdose. Es ist die einfachste und günstigste Möglichkeit, selbst Solarstrom zu erzeugen.
Grundsätzlich jeder – auch Mieter! Seit 2024 haben Mieter und Wohnungseigentümer in Deutschland ein gesetzlich gestärktes Recht auf die Installation eines Balkonkraftwerks. Vermieter dürfen es nur aus sehr triftigen Gründen verweigern.
Ein Gerät mit 800 Watt Einspeiseleistung (die in Deutschland erlaubte Grenze) erzeugt je nach Standort und Ausrichtung rund 500–900 kWh pro Jahr. Das entspricht einem nennenswerten Teil des Grundbedarfs (Kühlschrank, Licht, Router etc.) und spart 150–250 € Stromkosten jährlich.
Ja – und das ist ganz einfach! Sie müssen es im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur eintragen. Das geht online in wenigen Minuten und ist kostenlos. Ihren Netzbetreiber müssen sie seit 2024 nur noch informieren, nicht mehr um Erlaubnis fragen.
Module können an Balkongeländern, Hauswänden, auf Terrassen oder Flachdächern angebracht werden. Es gibt speziell entwickelte Halterungssysteme für jeden Einsatzort.
🔋 Stromspeicher
Nicht zwingend – aber er lohnt sich! Ein Speicher puffert tagsüber erzeugten Strom, den sie abends oder nachts verbrauchen können. So steigt ihr Eigenverbrauchsanteil von ca. 30 % auf bis zu 70 % und erhöht damit die Gesamtrentabilität bei sinnvoll gewählter Größe.
Als Richtwert gilt: 1 kWh Speicherkapazität pro 1.000 kWh Jahresstromverbrauch. Für ein Durchschnittshaus sind 8–12 kWh sinnvoll. Mit weiteren Verbrauchern, wie Wärmepumpen, Klimaanlagen etc. lohnen sich evtl. auch größere Kapazitäten – und manche Speicher können bidirektional geladen werden (V2H, Vehicle-to-Home).
Ja! Viele moderne Wechselrichter sind "speicherbereit" – Sie können also später problemlos einen Akku dazukaufen. Beim Kauf einer neuen Anlage empfehlen wir, von Anfang an auf Speicherkompatibilität zu achten.
Der verbreitetste Typ für Privathaushalte ist der Lithium-Ionen-Akku – kompakt, wartungsarm und langlebig. Neuere Technologien wie Natrium-Ionen oder Redox-Flow gewinnen ebenfalls an Bedeutung.
🌡️ Wärmepumpe
Eine Wärmepumpe nutzt Umgebungswärme aus Luft, Erde oder Wasser, um euer Haus zu heizen und Warmwasser zu bereiten. Sie funktioniert ähnlich wie ein Kühlschrank – nur umgekehrt. Mit 1 kWh Strom erzeugt sie typischerweise 3–5 kWh Wärme (das nennt sich COP oder Jahresarbeitszahl).
Weil sie die Wärmepumpe tagsüber mit ihrem selbst erzeugten Solarstrom betreiben können! Damit heizen sie praktisch mit kostenlosem Strom – und sie steigern gleichzeitig den Eigenverbrauch ihrer PV-Anlage deutlich. Eine echte Win-Win-Kombination.
Wärmepumpen funktionieren am besten in gut gedämmten Gebäuden mit Flächenheizung (Fußbodenheizung). Sie laufen aber auch in älteren Gebäuden – moderne Hochtemperatur-Wärmepumpen erreichen Vorlauftemperaturen von 75 °C und sind damit universell einsetzbar.
Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) fördert Wärmepumpen mit bis zu 70 % der Investitionskosten (je nach Einkommenssituation und Kombination mit Sanierungsmaßnahmen). Hinzu kommen mögliche Länderprogramme.
🚗 Elektromobilität (E-Mobilität)
Ein E-Auto ist nicht nur ein Fortbewegungsmittel – es ist auch ein fahrender Stromspeicher! Wer sein E-Auto tagsüber lädt (Smart Charging), wenn die PV-Anlage viel produziert, fährt im Prinzip mit Sonnenstrom – nahezu kostenlos. Das senkt die Betriebskosten drastisch.
Eine Wallbox ist eine Heim-Ladestation für E-Autos. Sie lädt schneller als eine normale Haushaltssteckdose (11–22 kW statt 2,3 kW), ist sicherer und lässt sich intelligent steuern. Für regelmäßiges Laden zuhause ist eine Wallbox sehr empfehlenswert.
Beim bidirektionalen Laden kann der Akku des E-Autos nicht nur geladen, sondern auch entleert werden – der Strom fließt zurück ins Haus (V2H = Vehicle-to-Home) oder ins Netz (V2G = Vehicle-to-Grid). Damit wird das E-Auto zum mobilen Heimspeicher. Diese Technologie ist auf dem Vormarsch.
Viele Bundesländer und Kommunen fördern die Installation von Wallboxen. Auch der Arbeitgeber kann die Ladestation steuerfrei bezuschussen.